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Manchmal hab ich das Gefühl, der liebe Gott oder was es auch immer da oben geben mag, vergisst einen.
Dann kann man tun was man will um auf sich aufmerksam zu machen, winken oder sich die Seele aus dem Leib brüllen, es hilft einfach nichts.
Das ist, wie damals, wenn einen die Eltern mit Ignoranz gestraft haben, weil man etwas Böses getan hat.
Aber Liebesentzug wirkt nur bei kleinen Kindern. Das ist wie mit der stillen Treppe, die uns allen, dank der Fernseh Nanny, bekannt ist. Die Kinder brüllen und heulen, aber sie dürfen erst wiederkommen, wenn sie sich beruhigt haben. Manchmal wissen die Kinder nicht, dass sie was falsch gemacht haben. Oft wissen wir das auch nicht. Aber hat man auch immer was falsch gemacht? Muss man manchmal einfach büßen, obwohl kein Fehler vorliegt? Und ist es eine Strafe oder einfach nur der Lauf der Dinge? Die harte Realität.

"Life is hard and then you die."

Das hat mein Bruder einmal zu mir gesagt. Hat er bestimmt irgendwo mal gehört, ich weiß nicht wo, ist auch egal.

But sometimes life is too fucking hard!
Manchmal da wird man mit soviel Leben konfrontiert, dann fühlt man sich als ob man platzen würde. Nicht platzen vor Glück, sondern vor Gefühlen die man nicht einordnen, nicht ausdrücken kann.
Kinder schreien dann, weinen. Die Super Nanny schickt sie auf die stille Treppe. Sei ruhig, halt den Mund. Sei brav!
Das kriegen wir eingetrichtert. Und irgendwann haben wir das so verinnerlicht, dann wissen wir einfach nicht mehr, wohin mit dem ganzen emotionalen Müll.
Aber kommt die Super Nanny und schickt uns auf die stilleTreppe wenn wir einen Wutausbruch haben? Ich denke eher nicht.
Außerdem hat sie selbst vier Kinder. und bei denen ganzen Drecksblagen die wir uns jeden Mittwoch angucken dürfen wird sie wohl kaum noch Zeit haben uns auch auf die stille Treppe zu setzen.
Aber wer weiß, demnächst kommt anstelle des Worts zum Sonntag die Super Nanny und zeigt uns Verhaltensregeln und dann muss ganz Deutschland kollektiv auf die stille Treppe.

18.6.06 01:32, kommentieren



Darf man nicht sagen.

20.6.06 22:27, kommentieren

Explosion

Im Kopf.

Kommt vor, selten, manchmal, häufiger.

Deutsche Sprache, Unverständnis, Verwirrung.

Der Dschungel der Grammatik, viele haben versucht ihn zu bezwingen. Manche haben es geschafft. Helden.
Ich? Stecke mittendrin. Bäume? Viele und viel zu dicht. Von oben kommt kein Licht hindurch, nur ab und zu ein Tropfen Kondenswasser. Um mich herum? Äste, Blätter, Wörter, Satzgebilde, Wortgruppen, Kommata, das kleine Wörtchen "es".
Meine Machete? Scheiße, ich wußte ich hab was vergessen.
Um mich herum? Ungewohnte Geräusche, Verbale Zeichen.
Unsicherheit und kein Ausweg in Sicht.

Augen zu. Aber nicht durch, abwarten. Durch kommt man nicht. Also in die Ecke setzen, Zigaretten suchen. Reichen noch, wenigstens das. Vielleicht, wenn ich nur lange genug hier sitze und mir dieses Chaos ansehe, es muss doch ein Muster geben, ein System. Es gibt für alles ein System. Selbst für das Chaos, man muss sich nur Zeit nehmen, einen Anfang finden, oder das Ende?

Irgendetwas finden, die Ruhe? Was denn nun?

Zu verwirrt zum Finden und überhaupt, finden. Muss man immer suchen? Oder gefunden werden?
Kann man nicht einfach sitzen? Rauchen, das Chaos betrachten?
Wird man dann irgendwann Teil des Chaos´?
Bin ich vielleicht schon Teil davon?
Hat das die Explosion ausgelöst.

Und dann, die verbotene Antwort: ICH WEIß ES NICHT!

Verdammt nochmal, kann sie denn nicht wenigstens einmal zählen?

1 Kommentar 22.6.06 21:49, kommentieren

Realität

Was ist das eigentlich? Realität. Eigentlich etwas, dass es wirklich gibt, das ich erfassen kann, das greifbar ist.
Aber wieso sagt man dann, sich seine eigene Realität schaffen? Kann ich Realität schaffen?
Klar kann ich mir neue Möbel kaufen oder Kleidung ich kann sie beeinflussen, aber nur in bestimmten Maßen. Manche Dinge kann ich nicht ändern, nicht beeinflussen, und sie sind definitiv Realität. Unveränderbar, aber greifbar. Muss der Satz „Schaff dir deine eigene Realität“ geändert werden, ist er falsch?
Und überhaupt, falsch. Kann Realität falsch sein, also nicht ethisch falsch, sondern im Sinne von nicht korrekt?
Realität ist das, mit dem wir jeden Tag konfrontiert werden, sie kann uns gefallen, oder auch nicht, vielleicht können wir sie sogar etwas ändern, Dinge hinzufügen, die uns gefallen, ignorieren was uns nicht gefällt. Aber sie ist trotzdem immer da. Ob wir sie nun wahrnehmen oder nicht. Ja, wir haben Einfluss, auf unser eigenes Leben, aber nicht auf alles, und wie sollen wir jetzt das nennen, auf das wir keinen Einfluss haben? Schicksal? Manche Menschen glauben nicht an Schicksal. Aber wo kommt dann die ganze Realität her? Nicht alles lässt sich beweisen, wir haben nicht auf alles eine Antwort, und trotzdem ist es real. Jeden einzelnen Tag. Die Augen verschließen hilft nicht, sie ist trotzdem da.

1 Kommentar 24.6.06 22:22, kommentieren

Brillenträger beim Friseur

Ein heikles Thema. Friseurbesuch, mit Brille. Als Kontaktlinsenträger ist das ganze nich so kompliziert, da sieht man, was nachher dabei herauskommt.
Als Brillenträger? Blindes Vertrauen, im wahrsten Sinne des Wortes. Man setzt sich hin, sagt was man will und dann kommt der Satz, den wir so sehr fürchten, weil er absolute Auslieferung bedeutet.
„Könnten sie bitte die Brille abnehmen?“
Natürlich kann ich, ich bin ja nicht strohdumm, aber ob ich das wirklich will? Aber es hilft ja nichts. Also runter mit der Brille und sich 2 Stunden lang vom Friseur erklären lassen, was er macht. Dabei am besten Pokerface aufsetzen, nu nicht zuviel Begeisterung zeigen, das könnte nachher, wenn man die Brille wieder aufsetzt und erschrocken aufschreit, zu Missverständnissen führen.
Am schönsten sind die Fragen „Und, gut so?“, verdammt woher soll ich das wissen? Wenn ich meine Brille abziehe bin ich blind wie ein Fisch (Das Sprichwort gefällt mir, woher kommt es eigentlich? Sind Fische blind?), woher soll ich wissen ob die Haare die richtige Farbe haben, oder ob sie kurz genug sind? Also abwarte, und dann nach 2 Stunden zitternd zur Brille greifen, manchmal geht es gut, manchmal aber auch nicht.

26.6.06 20:16, kommentieren